|
Die
Selfmade-Frau aus Finnland
Textilwirtschaft; 03.05.2007
Noa Boa in Frankfurt setzt auf Mode, die besonders
und bezahlbar ist
Die Idee, ein Geschäft für Umstands- und Kindermode
zu eröffnen, kam ihr auf dem Spielplatz. Während
ihr kleiner Sohn im Sand buddelte, fiel Päivi Budarhams
Blick auf ein Schild schräg gegenüber, worauf
"Laden zu vermieten" stand. Da war es um die
gebürtige Finnin geschehen. Der Business-Plan war
schnell erstellt, denn von einem eigenen Geschäft
träumte Päivi Budarham schon seit längerem.
Ursprünglich sollte es ein Geschäft mit Womenswear
sein. Als sie schwanger wurde, musste sie Ihren Plan
erst mal auf Eis legen. In dieser Zeit machte sie die
Erfahrung, "dass es für werdende Mütter
nichts außer bei H&M und C&A zu kaufen
gibt". Diesen Frust wollte Budarham, ursprünglich
aus der Touristikbranche, anderen Frauen ersparen. "In
derSchwangerschaft muss man auf so vieles verzichten,
man nimmt zu", erzählt sie, "da möchte
man nicht auch noch in Zelten herumlaufen."
Der Anteil an Umstandsmode macht darum ein Drittel der
insgesamt 70m² großen Verkaufsfläche
aus. Das andere Drittel wird mit Kindermode für
die Altersgruppe 0-3 Jahren bestückt inklusive
Accessoires und Geschenkartikel. Die bunt gestreifte
Babyrassel für 7,95 gibt es genauso wie Teesorten
für werdende Mütter, die klangvolle Namen
wie "Mutterstolz" oder "Guter Hoffnung"
tragen. In der Bekleidung zählen Noppies und Imps
& Elfs aus den Niederlande, Bellybutton, Petit Bateau
und Bambam zu den wichtigsten Marken.
Für werdende Mütter gibt es Mode von Belly
Button, Boob aus Dänemark, Queen Mum und Noppies
aus Holland und Serafin aus England. Ab Herbst auch
von Noa Noa.
"Das ist zwar keine Umstandsmode", so Päivi
Budarham, "aber das ist ja egal." Abgerundet
wird das Angebot durch Dessous. Spezielle Still-Shirts
sind übrigens der Renner.
Nur das Besondere. Hauptsache, es passt und der
Mix stimmt, darauf legt die Finnin Wert. Immer wieder
Neues zu bieten, ist eines ihrer Hauptanliegen. Dass
ihr dies gelingt, beweisen ein Paar Hotelbadeschläppchen
für Neugeborene oder Lätzchen, die in Form
einer Eistüte verpackt sind. "Braucht kein
Mensch", sagt sie selbst ganz pragmatisch, "ist
aber für 7,95 ein originelles Geschenk":
Besonders und trotzdem bezahlbar muss alles sein, darauf
legt Päivi Budarham ganz großen Wert. Ihre
Kundschaft weiß es zu schätzen. Viele Frauen
kommen einmal pro Tag vorbei, auf dem Weg zum Spielplatz.
Der Laden liegt direkt gegenüber. Besser könnte
die Lage für dieses Geschäft nicht sein. Natürlich
kommen auch gerne Großeltern, "die manchmal
ganz enttäuscht sind, wenn sie keinen klassischen
Strampler mit Teddybärchen-Motiv entdecken".
Selbst Frauen, die weder schwanger sind noch Kinder
haben, zählen zu Budarhams Kunden. "Mit Belly
Button-Jeans läuft halb Sachsenhausen herum",
so Päivi Budarham.
Nur das Richtige. Vor allem mit dem Geschäft
mit Umstandsmode ist sie sehr zufrieden. "Da passiert
es öfters, dass Frauen mit einer 800 Euro-Tüte
herausgehen." einen 500 Euro-Bon macht sie fast
jeden Tag -meistens mit Mode für Schwangere. "Um
auf 500 Euro mit Kindermode zu kommen, muss schon vieles
in die Tüte", so die Inhaberin. Trotzdem ist
sie mit beiden Segmenten zufrieden. " Der richtige
Standort, die richtigen Produkte, die richtige Nische",
zieht sie nach einem halben Jahr Bilanz. Schon jetzt
stößt sie planmäßig an ihre Grenzen.
Ein Grund, warum sie sich in der nächsten Saison
zum Beispiel von Kinderschuhen verabschiedet. "Da
gibt es in der Nähe ein sehr gutes Kinderschuh-Geschäft,
sollen die das machen".
Seit vier Wochen gibt es Mode von Noa Boa auch im Internet
zu kaufen, ein zweites Geschäft im Rhein-Main-Gebiet
will sie nicht ausschließen. "Aber nicht
sofort, irgendwann in den nächsten zwei Jahren".
Erst will sie noch ein zweites Kind. Vielleicht trägt
das Geschäft in spe dann auch den Namen des Kindes
in spe. Noa Boa ist nämlich der Spitzname ihres
Sohnes. (Sabine Spieler)
noa
boa für Mamas & Babys
Elle Plus, Frankfurt; Mai 2007
Feuerwehrmann-Regenjacken, Prinzessinnenkleidchen, Krönchen-Bademäntel
und coole Mini-Jeans: noa boa lässt die Herzen von
Babys, Mamas und Tanten höher schlagen. Denn in der
hübschen Boutique gibt es ausgefallene und individuelle
Baby und Kleinkindermode hochwertiger Labels aus der ganzen
Welt, mit der die Kleinsten von Anfang an voll im Trend
sind. Neben lässiger Kindermode zu bezahlbaren Preisen,
gibt es auch ein tolles Sortiment für (Bald-) Mamas:
eine große Auswahl trendiger, schicker und individueller
Umstandsmode, die einem nicht nur die neun Monate bis
zur Geburt versüßen. Von edler Unterwäsche
über coole, lässig zu tragende Mode für
jeden Tag bis hin zu tollen Outfits für festliche
Anlässe findet sich hier alles, was dem Babybauch
schmeichelt.
noa boa: Brückenstr. 41, 60594 Frankfurt, Tel.
(069) 66 96 49 23. www.noaboa.de
In Frankfurts Mini-Soho, in der Brückenstrasse können
sich seit einiger Zeit auch die Jüngsten unter uns einkleiden.
Frizz
Magazin, Februar 2007; Rubrik "neu in der Stadt":
Ausgefallene
Labels aus aller Welt: bei Noa Boa gibt es in schönem
Ambiente Schickes für Schwangere, Babys und Kleinkinder,
sexy Umstandsmode, die zudem noch bequem ist und hippe
Strampler - man nie früh genug mit dem richtigen
Styling anfangen.
Noa Boa (Brückenstr. 41); Öffnungszeiten: Mo-Fr
10-19, Sa 10-14 Uhr ; Tel. (069) 66 96 49 23; Internet:
www.noaboa.de
Frankfurt
Kauft Ein, Sonderheft von Journal Frankfurt 2007:
Mode für Frauen - Noa Boa
Latzhose und Schlabberpulli können Schwangere nun
umgehen. Der Laden für Umstandskleidung und Stilltextilien
sowie Baby- und Kleinkindausstattung führt geschmackvolle
Mode auch für ausladende Körperformen. Elegante
Abendkleider unterschiedlicher Labels sind ebenso zu finden
wie Business-Anzüge der Firma Noppies (Jacke 89,95€,
Hose 69,95 €). Die legeren Jeans von Queen Mum (ab
95,95 €) finden aufgrund ihres bequemen Sitzes großen
Anklang sogar bei Frauen ohne Babybauch. Praktisch und
edel zeigen sich Dessous von Amoralia, die "mitwachsen",
also während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit
getragen werden können. Für die Kleinen gibt
es bunte Kleidungsstücke aus ökologisch hergestellten
Materialien.
Noa Boa; Brückenstraße 41; 60594 Frankfurt;
Telefon: 069/66964923; WWW: www.noaboa.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-19, Sa 10-16 Uhr; Kreditkarten:
Keine
Parken: Parkhaus Alt-Sachsenhausen, Walter-Kolb-Straße
Erfolgreich
ohne deutschen Pass
Frankfurter
Rundschau vom 14.02.2007;
von Antje Heilmann
Frauen mit ausländischen Wurzeln machen sich in der
Region häufiger selbstständig
Unter der wachsenden Zahl der Existenzgründer in
Hessen sind immer mehr Frauen mit ausländischen Wurzeln.
Sie sind risikofreudig und zusätzlich qualifiziert,
weil sie sich in zwei Kulturen bewegen - so die Erfahrung
des Frankfurter Vereins Frauenbetriebe.
Frankfurt a.M. - "Für Frauen ändert sich
in der Schwangerschaft so vieles, wieso sollten sie da
auch noch ihren persönlichen Stil wechseln?",
sagt Päivi Budarham. Die Frage hat das Berufsleben
der Finnin völlig verändert. Statt nach ihrer
Babypause in ihren Job als Pressesprecherin eines Touristikunternehmens
zurückzukehren, gründete sie ihr eigenes Geschäft
für hippe Umstandsmode.
Wie sie wagten im vergangenen Jahr 19 000 Frauen mit Migrationshintergrund
in Deutschland den Schritt in die Selbständigkeit,
das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Beratungszentren
wie der Frankfurter Verein Frauenbetriebe gehen sogar
von höheren Zahlen aus, denn die Statistiken differenzierten
zwar nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit, nirgends
seien aber Eingebürgerte und Nachkommen zweiter und
dritter Generation erfasst.
"Frischer Blick" auf Deutschland
Geschäftsideen ergeben sich, weil Einwanderer wie
Päivi Budarham einen "frischen Blick" auf
Deutschland haben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt
der FH Köln. Das Team um Swetlana Franken stellte
bei ausländischen Existenzgründern Vorteile
gegenüber ihren deutschen Mitbürgern fest: Sie
kennen die Besonderheiten von zwei Kulturen, sind bei
der Firmengründung risikofreudiger, haben oft zusätzliche
Qualifikationen und Berufserfahrung und bringen aufgrund
ihrer kulturellen Prägung neue Perspektiven und Strategien
mit.
"Migrantinnen entwickeln aufgrund ihrer Erfahrungen
und Anpassungsprozesse im fremden Umfeld interkulturelle
Kompetenz und Zielstrebigkeit", bestätigt Isinay
Kemmler, Projektleiterin der Vereins Frauenbetriebe. So
verzweifelte die Finnin Budarham während ihrer Schwangerschaft
fast an der deutschen Umstandsmode, die ihr unförmig
und überhaupt nicht trendig erschien. Erst in Helsinki
fand sie endlich etwas Passendes. "Viele dieser Marken
biete ich jetzt selber an", sagt die 34-Jährige,
die als Aupair nach Deutschland kam und der Liebe wegen
blieb.
Ihr kleiner Laden liegt mitten im Frankfurter Stadtteil
Sachsenhausen und trägt den Kosenamen ihres 18 Monate
alten Sohnes: Noa Boa. Große Fenster und helle Tapete
laden dazu ein, sich wohlzufühlen. Gegenüber
ist ein Spielplatz, der dem kleinen Modestübchen
Laufkundschaft beschert. "Dort habe ich häufig
mit meinem Sohn gesessen", erinnert sich Budarham,
"und habe gegrübelt, ob ich den Laden eröffnen
soll." Beim Verein Frauenhilfe ließ sie sich
im Rahmen des Programms PiA beraten, beantragte mit dessen
Hilfe Gründungsgeld. PiA, das steht für "Passgenau
in Arbeit", und die Initiative soll Frauen mit ausländischen
Wurzeln in die Selbständigkeit begleiten. Migrantinnen
benötigen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt eine individuellere
Förderung als ihre deutschen Konkurrentinnen - diese
Erfahrung hat der Verein gemacht. Nur in Sachen Finanzierung
gibt es kaum Unterschiede. Sie sind ebenso auf Bankkredite
und Subventionen angewiesen.
Mit der Hilfe ihres Mannes, der als Finanzberater tätig
ist, legte Päivi Budarham vor vier Monaten los -
mit Erfolg. Ihr Angebot hat sie erweitert. Inzwischen
verkauft sie nicht nur ebenso stylische wie zweckmäßige
Klamotten für Schwangere, sondern auch für Kleinkinder.
Zwei Aushilfen hat sie eingestellt, damit sie neben der
Arbeit genug Zeit für ihren Sohn hat.
In ein paar Monaten will Päivi Budarham eine Vollzeitstelle
schaffen. Damit liegt sie im Trend. Laut DtA-Gründungsmonitor
2002 beschäftigten Migrantinnen im ersten Jahr durchschnittlich
fünf Leute - bei den Deutschen sind es im Schnitt
nur zwei.
"Ich bereue es nicht, mich selbständig gemacht
zu haben", sagt die Finnin. "Alles läuft
gut."
|